Politik

Veranstaltung „Decolonizing Christmas“ vom Senat gefördert: Kultursenatorin äußert sich

Eine Veranstaltung mit der Einladung, Weihnachten neu zu betrachten, sorgt für Aufmerksamkeit. Kai Wegner fordert Aufklärung.

Sarah Wedl-Wilson äußert sich zu der Kritik an der Veranstaltung.
Sarah Wedl-Wilson äußert sich zu der Kritik an der Veranstaltung.Maurice Weiss/Ostkreuz

Eine Veranstaltung namens „Decolonizing Christmas“ hat in Berlin für Aufsehen gesorgt. Laut dem Berliner Forum für Religionen soll am 8. und 15. Dezember dazu eingeladen werden, zwischen „Tradition, Religion und Rassismus“ Weihnachten „neu“ zu denken.

Stattfinden soll die Veranstaltung in der Friedenskirche in Charlottenburg. Doch sucht man per Suchmaschine nach „Decolonizing Christmas und der Friedenskirche“, wird nur ein Link zum Charlottenburger Weihnachtssingen am 20. Dezember angezeigt.

Wedl-Wilson: Titel der Veranstaltung „irritierend“ und „missverständlich“

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Initiativkreis Dialog der Religionen für Kinder und Jugendliche und der Friedenskirche Charlottenburg. Die Veranstaltung wurde dem Tagesspiegel zufolge auch von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt unter Führung von Sarah Wedl-Wilson gefördert. Der Zeitung zufolge stammen die Gelder aus „sehr schmalen Restmitteln“ aus einem Budget von ursprünglich 80.000 Euro für den Verein „Freunde und Freundinnen des Berliner Forums der Religionen e.V.“.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) äußerte sich am Mittwochabend auf der Plattform X zu der Veranstaltung. „Weihnachten ist das Fest der Liebe und eines unserer höchsten christlichen Feste. Veranstaltungen wie ‚Decolonizing Christmas‘ braucht niemand – schon gar nicht, wenn sie aus Steuermitteln finanziert werden. Ich erwarte Aufklärung durch die zuständige Senatsverwaltung“.

Wedl-Wilson äußerte sich über den Instagram-Account der Senatsverwaltung zu der Kritik. Sie nannte den Titel der Veranstaltung „irritierend“ und „missverständlich“. Dies habe zu „Aufregung und Verletzungen von Menschen geführt, die so nicht hingenommen werden können“. Der zuständige Verein habe die Veranstaltung aus dem Programm genommen. „Der Vorwurf, Weihnachten abschaffen zu wollen, geht völlig an den Inhalten der Veranstaltung vorbei“. Sie selbst wolle sich als gläubige Christin „von derartigen Schlagworten und missverständlichen Titeln von Veranstaltungen klar und deutlich distanzieren“.

Das Berliner Forum der Religionen bezeichnete die Berichterstattung über die Veranstaltung als „verzerrend und verkürzt“. Der Satz, Weihnachten solle „abgeschafft“ werden, sei niemals gefallen.