Trotz eines bundesweiten Warnstreiks fahren am Montag in Berlin einige Straßenbahnen. Allerdings: Die Türen bleiben zu, Fahrgäste werden nicht befördert. Das teilten die Berliner Verkehrsbetriebe und die Gewerkschaft Verdi mit. Grund dafür ist die Sorge vor erneut einfrierenden Oberleitungen im Tram-Netz Berlins. „Wir wollen gewährleisten, dass die Straßenbahnen am nächsten Tag wieder fahren“, sagte Serat Canyurt von Verdi.
Die BVG teilt mit, würden die Oberleitungen der Straßenbahnen nicht regelmäßig befahren, könne es zu Wiedervereisung kommen. Viele Mitarbeitende hätten „rund um die Uhr daran gearbeitet, vereiste Oberleitungen zu enteisen“. Mit Blick auf die Einigung mit Verdi hieß es seitens der BVG: „Mit dieser Maßnahme steigt die Chance, dass der Trambetrieb nach Streikende ohne größere Einschränkungen für unsere Fahrgäste wieder hochgefahren werden kann.“
Zu Beginn der Woche hatte die BVG das gesamte Straßenbahnnetz lahmlegen müssen, weil Oberleitungen nach Eisregen zugefroren waren. Teilweise waren Bahnen in der Stadt stecken geblieben. Über den Verlauf der Woche war das über 190 Kilometer lange Netz Stück für Stück enteist worden, doch auch fünf Tage später gibt es noch Abschnitte, die mit einem Ersatzverkehr bedient werden müssen.
Bis zu minus 12 Grad in Berlin
Die BVG hatte den Zeitpunkt des Warnstreiks deutlich kritisiert: „Angesichts der aktuellen Extremwetterlage und der weiterhin bestehenden Herausforderungen, insbesondere im Straßenbahnbetrieb, gefährdet die Arbeitsniederlegung den Tramverkehr in Berlin auch über den Streiktag hinaus und wirkt sich massiv auf unsere Fahrgäste aus“, hieß es in einer Mitteilung.
In der kommenden Woche sollen die Temperaturen in Berlin erneut fallen. In der Nacht zu Montag kann es bis zu minus 12 Grad Celsius kalt sein, kündigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) an. Am Tag kann es am Montag und auch schon am Sonntag zu Tiefsttemperaturen von minus 8 Grad kommen. In der Nacht zu Montag kann es dabei auch Schneegriesel oder Schnee geben. Tagsüber bleibt es laut DWD niederschlagsfrei.
BVG über Streik: „unverhältnismäßige Eskalation“
Die Gewerkschaft ver.di hatte am Freitag zu dem bundesweiten Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Nach Angaben der Gewerkschaft sind etwa 150 städtische Verkehrsunternehmen und Busbetriebe deutscher Landkreise sowie in Berlin, Hamburg und Bremen betroffen.
Die Verhandlungen über die Löhne und Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr laufen seit November. Die Gewerkschaft fordert eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit sowie der Schichtzeiten. Außerdem sollen die Ruhezeiten verlängert und die Zuschläge erhöht werden.
