Kriminalität

Bundespolizei meldet Rekord bei Fahndungstreffern: Gewalt an Bahnhöfen nimmt deutlich zu

Die Bundespolizei meldet 2024 deutlich mehr Fahndungserfolge – aber auch mehr Gewalt an Bahnhöfen. Die EM war ihr größter Einsatz.

Die Bundespolizei vermeldet 2024 vermehrte Gewalt an Bahnhöfen.
Die Bundespolizei vermeldet 2024 vermehrte Gewalt an Bahnhöfen.Sabine Gudath

Die Bundespolizei verzeichnet in ihrem Jahresbericht für 2024 deutlich mehr Fahndungserfolge als im Vorjahr. Wie die Behörde mitteilt, wurden 285.681 gesuchte Personen aufgegriffen – rund 20 Prozent mehr als 2023 und damit so viele wie nie zuvor. Die Entwicklung wird unter anderem auf ausgeweitete Binnengrenzkontrollen und aufgestocktes Personal zurückgeführt. Zudem setzt die Bundespolizei inzwischen mehr als 190 speziell geschulte Super-Recognizer ein, die Verdächtige in Videos oder auf Fotos besonders treffsicher wiedererkennen können.

Auch bei den irregulären Einreisen meldet die Behörde einen deutlichen Rückgang: Sie sanken 2024 um fast 35 Prozent. Die Zahl der Schleuserfälle und Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz ging ebenfalls spürbar zurück. Insgesamt registrierte die Bundespolizei 641.613 Straftaten und damit fast 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptgrund seien die geringeren Verstöße gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen.

Anstieg der Gewalt an Bahnhöfen

Gleichzeitig nahmen Gewalt-, Sexual- und Eigentumsdelikte zu. Rund 34.000 Fälle von Körperverletzung und ähnlichen Gewaltdelikten bedeuten einen Anstieg um 6,6 Prozent. Sexualdelikte legten um 13 Prozent auf 2800 zu, Eigentumsdelikte stiegen leicht auf 68.500 Fälle. Besonders auffällig bleibt die Gewalt an Bahnhöfen und in Zügen: 27.160 Gewaltdelikte wurden in diesem Bereich erfasst – sechs Prozent mehr als 2023 und über 50 Prozent mehr als 2019. Betroffen seien inzwischen nicht nur Großstadtbahnhöfe, sondern verstärkt auch kleinere Orte sowie Fern- und Regionalzüge.

Einen Schwerpunkt bildete zudem die Fußball-Europameisterschaft im Sommer. Nach Angaben von Behördenchef Dieter Romann waren zeitweise bis zu 22.000 Kräfte gleichzeitig im Einsatz – an Grenzen, Bahnhöfen und Austragungsorten. Es handelte sich damit um den größten Einsatz in der Geschichte der Bundespolizei, die 1951 als Bundesgrenzschutz gegründet wurde.