Die gesellschaftliche Radikalisierung in Deutschland schlägt sich zunehmend in konkreten Straftaten nieder: Im Jahr 2024 wurde mit 100,7 Delikten pro 100.000 Einwohner ein neuer Höchstwert bei der politisch motivierten Kriminalität verzeichnet. Dieser Trend setzt sich laut einer aktuellen Studie des Bundeskrminalamtes (BKA) auch 2025 fort.
So ist die Zahl politisch motivierter Gewalttaten in den ersten elf Monaten 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Insgesamt wurden 3449 politisch motivierte Gewaltdelikte erfasst, im Jahr zuvor waren es 3418.
Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei den Opferzahlen: Die Zahl der polizeilich registrierten Opfer politisch motivierter Kriminalität stieg von 1221 im Jahr 2020 auf 2162 im Jahr 2024 – ein Anstieg um 77 Prozent innerhalb von nur vier Jahren. Sowohl linksextreme Straftaten als auch rechtsextreme Gewalttaten haben der Studie zufolge auch im Jahr 2025 weiter zugenommen.
Mehrheit steht weiterhin hinter der Demokratie
Den besorgniserregenden Zahlen steht laut den Studienautoren jedoch ein „wichtiger positiver Befund" gegenüber: Trotz multipler Krisen stehen im Jahr 2025 rund 85,6 Prozent der Bevölkerung den grundlegenden Prinzipien einer liberalen, rechtsstaatlichen Demokratie positiv gegenüber.
Zwar seien 14,4 Prozent der Befragten als demokratiefeindlich einzustufen. Dieser Wert sei jedoch leicht rückläufig im Vergleich zum bisherigen Höchststand von 16,1 Prozent, der 2023 gemessen wurde. Die große Mehrheit der Gesellschaft halte also weiterhin an demokratischen Werten fest – auch wenn die Radikalisierung an den politischen Rändern messbar zunimmt.


