Strafverfahren

Betrugsprozess in Berlin: 60-Jähriger soll sich 800.000 Euro erschlichen haben

Ein Mann soll einen Bekannten jahrelang mit inszenierten Investitionsmöglichkeiten getäuscht haben. Vor Gericht muss er sich für 158 Betrugsfälle verantworten.

Im Gebäude des Kriminalgerichts in Berlin-Moabit wird der Betrugsprozess gegen den 60-Jährigen geführt.
Im Gebäude des Kriminalgerichts in Berlin-Moabit wird der Betrugsprozess gegen den 60-Jährigen geführt.Soeren Stache/dpa

Gegen einen 60-jährigen Mann hat am Dienstag vor dem Berliner Landgericht ein Prozess wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 158 Fällen begonnen. Laut Anklage soll der Mann einen Bekannten über Jahre hinweg mit erfundenen Investmentgeschäften und vorgetäuschtem Wohlstand um insgesamt fast 800.000 Euro gebracht haben.

Die beiden Männer lernten sich im Jahr 2015 über das Handballteam ihrer Söhne kennen. Seitdem soll der Angeklagte seinem 59-jährigen Opfer mit Betrugsabsicht eine Verdoppelung des angelegten Geldes in Aussicht gestellt und wiederholt fiktive Geschäfte vorgetäuscht haben. Um seine Seriosität zu untermauern, habe er eigenen Reichtum unter anderem mit teuren Autos inszeniert.

Zum Prozessauftakt räumte der Angeklagte ein, die genannten Darlehenszahlungen erhalten zu haben, bestritt jedoch eine Betrugsabsicht: „Ich wollte etwas machen, habe investiert, aber verloren.“ Andere Geschäftspartner hätten ihn selbst betrogen.

Hunderttausende Euro Schaden und unbezahlter Hotelaufenthalt

Der Geschädigte schilderte als Zeuge ein Muster ständiger Vertröstungen. „Die Ängste wurden immer größer“, sagte er. Dennoch habe er weitere Beträge überwiesen – in der Hoffnung, sein Geld zurückzubekommen.

Im Kern stehen 158 Taten zwischen Juni 2017 und November 2019 mit einer Schadenssumme von rund 318.000 Euro. Weitere 25 bereits verjährte Taten aus dem Zeitraum 2016 bis 2017 betreffen zusätzliche 467.000 Euro, deren Einziehung die Staatsanwaltschaft in einem ergänzenden Verfahren anstrebt. Zudem soll der Angeklagte im Oktober 2018 ein Charlottenburger Hotel nach zweiwöchigem Aufenthalt verlassen haben, ohne seine Rechnung zu bezahlen.

Der 60-Jährige sitzt seit seiner Festnahme im August vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Zwei weitere Verhandlungstage sind am  13. und 29. April angesetzt. (mit dpa)