Pflegeversicherung

Berliner und Brandenburger misstrauen der Zukunft der Pflegeversicherung

Eine AOK-Umfrage zeigt große Angst vor steigenden Beiträgen. Die Heimkosten von rund 2400 Euro im Monat könnten viele finanziell überfordern.

Die Menschen in der Hauptstadtregion blicken pessimistisch auf die Zukunft der gesetzlichen Pflegeversicherung.
Die Menschen in der Hauptstadtregion blicken pessimistisch auf die Zukunft der gesetzlichen Pflegeversicherung.Bernd Thissen/dpa

Die Bürger in Berlin und Brandenburg haben sich in einer Umfrage der Krankenkasse AOK besorgt über die Zukunft der gesetzlichen Pflegeversicherung gezeigt. 88 Prozent der Brandenburger sowie 84 Prozent der befragten Berliner hätten geringes Vertrauen in die finanzielle Stabilität des Systems in den kommenden zehn Jahren, teilte die AOK Nordost am Montag mit.

Zusätzlich rechneten 81 Prozent in Berlin und 84 Prozent in Brandenburg mit steigenden Beiträgen. 90 Prozent der Befragten in Brandenburg und 84 Prozent in der Hauptstadtregion befürchteten, dass die privaten Zusatzkosten eines Pflegeheims finanziell überfordernd sein könnten. Die derzeit durchschnittliche Gesamtbelastung liege nach Abzug der Leistungszuschläge der Pflegeversicherung in beiden Bundesländern bei rund 2400 Euro im Monat, hieß es.

Pflegeinfrastruktur überwiegend als schlecht bewertet

Mehr als die Hälfte der Befragten – 56 Prozent in Brandenburg und 54 Prozent in Berlin – bewerteten die Pflegeinfrastruktur, etwa Pflegeheime oder ambulante Dienste, als schlecht. 61 Prozent der Befragten in beiden Bundesländern beurteilten die Rahmenbedingungen für pflegende Angehörige ebenfalls als schlecht.

Die Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, Daniela Teichert, bekräftigte, dass eine verlässliche Finanzierung der Pflegeversicherung essenziell sei. Dazu müsse es spürbare Entlastung für pflegende Angehörige und einen Ausbau der regionalen Pflegeinfrastruktur geben.

Für die Umfrage wurden im Auftrag der AOK bundesweit vom Meinungsforschungsinstitut Civey 10.000 Personen befragt, davon mehr als 1.100 aus Berlin und Brandenburg. (mit epd)