Nahostkrieg

Berlin: Demonstranten besetzen Rheinmetall-Gebäude in Gesundbrunnen

Aktivisten besetzen ein Rheinmetall-Gebäude in Berlin und protestieren auf dem Dach. Der Rüstungsbetrieb war nur spärlich bewacht.

Aktivisten von „Friedlich gegen Völkermord“ protestieren vor dem Berliner Firmensitz von Rheinmetall.
Aktivisten von „Friedlich gegen Völkermord“ protestieren vor dem Berliner Firmensitz von Rheinmetall.Ilkin Eskipehlivan/imago

Linke Aktivisten haben am Mittwochmorgen ein Gebäude des Rüstungskonzerns Rheinmetall im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen besetzt. Nach Angaben der Polizei befanden sich vier Personen auf dem Dach des Gebäudes der Rheinmetall Waffe Munition GmbH an der Scheringstraße. 

Die Dachbesetzer ließen rote Farbe an der Fassade herunterlaufen lassen und zeigten Palästina-Flaggen. Zudem entrollten sie ein Banner mit der Aufschrift „Genozid in Palästina mit deutschen Waffen“. Die Polizei sperrte den Bereich rund um das Gebäude ab.

Die Besetzer kamen offenbar ohne Probleme in das Gebäude am Rand des Werksgeländes. Es gab keine privaten Wachschützer, die sie aufhielten. Der Rüstungsbetrieb wird auch nur sporadisch vom polizeilichen Objektschutz angefahren.

Polizei fordert die Höhenretter an

„Wie es ihnen gelingen konnte, in das Gebäude zu kommen, ist noch Gegenstand der Überprüfung“, sagte ein Polizeisprecher vor Ort. Kurz nach der Alarmierung rückte die Polizei mit einem größeren Aufgebot an. Mit dabei auch die Höhenretter eines Spezialeinsatzkommandos.

Die suchten unmittelbar den Kontakt zu den vier Besetzern. „Unsere Kollegen haben klar gemacht, dass es nur einen Weg gibt. Und der ist nach unten“, so der Polizeisprecher. Dann zogen sich die Spezialkräfte zunächst zurück.

Die Pause nutzten die Dachbesetzer, um palästinensische Flaggen zu schwenken und einige Parolen zu skandieren. Dann ging es mit polizeilicher Begleitung nach unten. Dort wurden die Besetzer durchsucht und zur weiteren erkennungsdienstlichen Behandlung zu einer Polizeiwache gebracht. Laut Polizei wird gegen die Beteiligten ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch eingeleitet.