Iran-Krieg

Bericht: US-Ermittler sehen mögliche Verantwortung für Angriff auf Schule im Iran

Der Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit zahlreichen toten Kindern sorgte weltweit für Entsetzen. Nun berichten US-Beamte, Ermittler hielten eine Verantwortung der US-Armee für möglich.

Trauernde Frauen beim Massenbegräbnis in Minab
Trauernde Frauen beim Massenbegräbnis in MinabAMIRHOSSEIN KHORGOOEI/AFP

US-Militärermittler halten es laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters für wahrscheinlich, dass US-Streitkräfte für einen Angriff auf eine Mädchenschule im Süden des Iran verantwortlich sein könnten. Zwei US-Beamte sagten der Agentur, dies sei eine vorläufige Einschätzung der laufenden Untersuchung. Ein endgültiges Ergebnis liege noch nicht vor.

Die Schule in der Stadt Minab war am Samstag, dem ersten Tag der US- und israelischen Angriffe auf den Iran, getroffen worden. Irans Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf sprach von 150 getöteten Schülerinnen. Eine unabhängige Bestätigung der Opferzahl gibt es bislang nicht.

Massenbegräbnis in Minab

Bereits zuvor hatte die iranische Regierung von einem schweren Angriff auf die Schule berichtet. Nach iranischen Angaben wurden in Minab mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern getötet. Tausende Menschen nahmen an einem Massenbegräbnis für die Opfer teil. Irans Außenminister Abbas Araghtschi machte die USA und Israel für den Angriff verantwortlich.

Vertreter des israelischen Militärs erklärten damals, ihnen seien keine Angriffe in der Region zu dem genannten Zeitpunkt bekannt. Auch Washington teilte zunächst mit, man prüfe die Berichte. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bestätigte inzwischen, dass das US-Militär den Vorfall untersucht.

Nach Angaben der beiden US-Beamten schließt die laufende Untersuchung jedoch nicht aus, dass neue Beweise die Vereinigten Staaten entlasten und auf eine andere Verantwortlichkeit hinweisen könnten. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein sollen, ist unklar.

Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf hatte eine umfassende Untersuchung gefordert. Sollte sich bestätigen, dass gezielt eine Schule angegriffen wurde, könnte dies nach internationalem humanitärem Recht als Kriegsverbrechen gewertet werden.