Indopazifik

Militärmanöver Balikatan 2026: USA, Philippinen und Japan üben gemeinsam

Mehr als 17.000 US-amerikanische und philippinische Soldaten üben ab dem 20. April gemeinsam. Auch Kanada, Frankreich, Australien und Neuseeland beteiligen sich.

Ein philippinisches Militärflugzeug bei der Landung auf der Insel Pagasa im Westphilippinischen Meer.
Ein philippinisches Militärflugzeug bei der Landung auf der Insel Pagasa im Westphilippinischen Meer.Mark R. Cristino/imago

Die USA und die Philippinen beginnen am 20. April ihre diesjährigen Balikatan-Militärübungen, die bis zum 8. Mai an mehreren Standorten im philippinischen Archipel stattfinden. Rund 17.000 US-amerikanische und philippinische Soldaten nehmen teil.

Das kündigten Militärvertreter beider Länder am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Manila an. Laut US-Angaben handelt es sich um eine der größten und komplexesten Ausgaben der jährlichen Militärmanöver, berichtete Reuters.

„Balikatan bietet die Gelegenheit, unsere unverbrüchliche Allianz mit den Philippinen zu zeigen und unser Engagement für einen freien und offenen Indopazifik zu demonstrieren“, sagte Oberst Robert Bunn, US-Sprecher von Balikatan, am Dienstag in Manila.

Tokio und Manila verstärken militärische Kooperation

Erstmals beteiligt sich Japan mit einer scharfen Schießübung: Angehörige der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte sollen mit einer Typ-88-Antischiffsrakete ein ausgemustertes Schiff in philippinischen Gewässern nordwestlich von Luzon versenken. Japans Verteidigungsminister sei eingeladen worden, der Übung beizuwohnen, teilten philippinische Militärvertreter laut AP mit.

Tokio und Manila hatten 2024 ein Abkommen über den gegenseitigen Zugang von Truppen unterzeichnet, das beiden Seiten erlaubt, Streitkräfte auf dem Territorium des jeweils anderen Landes zu stationieren, so Reuters.

Neben Japan beteiligen sich Kanada, Frankreich, Neuseeland und Australien mit Marineschiffen, Flugzeugen und Personal. Die Übungen umfassen Einsätze an Land, in der Luft, zur See und im Cyberraum. Geplant sind unter anderem integrierte Luft- und Raketenabwehr, Küstenverteidigung mit scharfer Munition sowie humanitäre Missionen. Auch die Abwehr von Drohnen gehöre zum Programm, erklärte Bunn laut AP.

Spannungen im Südchinesischen Meer

Die Übungen finden vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den Philippinen und China im Südchinesischen Meer statt. Manila wirft Peking vor, dort aggressiver aufzutreten. China weist den Vorwurf zurück, wie Reuters berichtet. Oberst Dennis Hernandez, philippinischer Sprecher der Übung, betonte am Dienstag, die Manöver richteten sich nicht gegen ein bestimmtes Land. Die Philippinen hätten das Recht, ihre Verteidigungsfähigkeiten zu stärken.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte bei einem Besuch in Manila im vergangenen Jahr philippinischen Vertretern laut AP zugesichert, die Trump-Regierung werde mit Verbündeten die Abschreckung gegen Bedrohungen weltweit verstärken – auch gegen Chinas Vorgehen im Südchinesischen Meer.