Die Deutsche Bahn reagiert auf den tödlichen Angriff auf einen 36-jährigen Zugbegleiter mit einem umfassenden Sicherheitspaket in Berlin. Auf diesem kündigte Konzernchefin Evelyn Palla an, noch in diesem Jahr alle Beschäftigten mit Kundenkontakt auf freiwilliger Basis mit Bodycams auszustatten. Bislang war dies nur im Regionalverkehr möglich.
Hilferuf-System wird ausgebaut
Neben den Kameras soll ein bereits existierender Hilferuf-Knopf weiterentwickelt werden. Mit diesem können Mitarbeiter in Gefahrensituationen unauffällig die Leitstelle alarmieren, die dann Polizei oder Rettungskräfte zum nächsten Bahnhof schickt. Zusätzlich plant der Konzern bessere Schutzausrüstung, mehr Deeskalationskurse und überarbeitete regionale Sicherheitskonzepte.
An dem Treffen im Berliner Bahntower nahmen neben Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) auch Vertreter der Länder, Gewerkschaften und weitere Branchenvertreter teil.
Gewerkschaften verlangen Doppelbesetzung
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG fordert darüber hinaus, dass künftig stets zwei Zugbegleiter in Regionalzügen eingesetzt werden. Laut Bahnangaben gab es im vergangenen Jahr rund 3.000 körperliche Übergriffe auf Konzernbeschäftigte. Eine EVG-Umfrage unter 4.000 Mitarbeitern zeigt zudem ein deutlich verschlechtertes Sicherheitsgefühl in der Belegschaft.


