Massenproteste

Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein

Das Auswärtige Amt hat die Entwicklungen im Iran deutlich kritisiert. Nun wurde der Botschafter einbestellt.

Vor der iranischen Botschaft in Berlin hat es Proteste gegen die Gewalt im Iran gegeben.
Vor der iranischen Botschaft in Berlin hat es Proteste gegen die Gewalt im Iran gegeben.Alon David/Imago

Das Auswärtige Amt hat angesichts der Massenproteste im Iran nach eigenen Angaben den iranischen Botschafter einbestellt. „Das brutale Vorgehen des iranischen Regimes gegen seine eigene Bevölkerung ist schockierend“, teilte das Außenministerium auf der Plattform X mit. „Wir fordern Iran nachdrücklich auf, die Gewalt gegen die eigenen Bürgerinnen & Bürger zu beenden und ihre Rechte zu achten.“

Auch Frankreich, Spanien, Finnland und Großbritannien sind zuletzt diesen Schritt gegangen. Vorausgegangen war dem wiederum die Einbestellung der diplomatischen Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Großbritanniens durch das iranische Außenministerium. Der Iran forderte die vier Länder auf, ihre „offiziellen Erklärungen zur Unterstützung der Demonstranten zurückzuziehen“.

Seit Ende Dezember kommt es im Iran zu Protesten, die immer wieder auch in gewaltsame Auseinandersetzungen münden. Inzwischen fordern die Demonstrierenden den Sturz der klerikalen Führung unter Ayatollah Ali Chamenei. Dabei sollen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights mindestens 648 Menschen gestorben sein. Informationen zur Lage im Iran lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (mit AFP)