Ein bewaffneter Angreifer hat eine Synagoge im Detroiter Vorort West Bloomfield attackiert. Sicherheitskräfte erschossen den Mann, nachdem er mit einem Fahrzeug auf das Gelände gefahren war und Schüsse abgegeben haben soll.
Sheriff Mike Bouchard schilderte vor Ort, dass mindestens ein Angreifer auf das Gelände der Synagoge vorgedrungen sei und die Sicherheitskräfte daraufhin das Feuer auf ihn eröffnet hätten. Ein Sicherheitsmitarbeiter sei vom Fahrzeug des Angreifers erfasst worden, habe aber keine lebensbedrohlichen Verletzungen erlitten.
FBI-Direktor Kash Patel schrieb auf X von einer „offensichtlichen Fahrzeugattacke und einer Situation mit einem aktiven Schützen“. Bundesbeamte seien vor Ort. Zur Identität und zum Motiv des Angreifers machten die Behörden zunächst keine Angaben. Die Synagoge gehört zu Temple Israel, einer der größten Reformgemeinden in den USA.
Evakuierung und Großaufgebot
Laut dem lokalen Nachrichtenportal Bridge Michigan rückten mindestens 80 Einsatzwagen der Polizei an. Gegen 12.40 Uhr Ortszeit warnte eine Textnachricht Anwohner vor einem bewaffneten Schützen. Sheriff Bouchard rief alle im Umkreis von einer Meile auf, an Ort und Stelle zu bleiben, bis geklärt sei, ob weitere Täter beteiligt waren.
Die zur Synagoge gehörige Kindertagesstätte wurde geräumt. Eltern konnten ihre Kinder später im nahen Shenandoah Country Club und im Jüdischen Gemeindezentrum abholen. Umliegende Schulbezirke gingen in den Sicherheitsmodus.
Das Personal der Synagoge war offenbar vorbereitet. Laut Bridge Michigan hatte das Sicherheitspersonal wenige Wochen zuvor an einem FBI-Schießtraining teilgenommen. Alle jüdischen Einrichtungen der Region erhielten verstärkte Polizeipräsenz.
Angriff vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs
Synagogen weltweit haben ihre Sicherheit verschärft, seit die USA und Israel am 28. Februar Angriffe gegen den Iran starteten, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.
Gouverneurin Gretchen Whitmer schrieb auf X: „Das ist herzzerreißend. Michigans jüdische Gemeinde sollte in Frieden leben und ihren Glauben ausüben können. Antisemitismus und Gewalt haben in Michigan keinen Platz.“ Die Jewish Federation of Detroit – der Dachverband der jüdischen Gemeinden in Detroit – forderte alle jüdischen Einrichtungen in der Region auf, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken.


