Der Berliner Lesben- und Schwulenverband hat die Affenpocken-Impfkampagne in der Hauptstadt kritisiert. Wie der rbb berichtet, sagt ein Sprecher der Vereinigung: „Die Zahl der Fälle, die wir in Berlin haben, spiegelt sich nicht in der Zahl der Impfdosen wider, die vom Bund geliefert wurden.“
Christopher Schreiber bezieht sich dabei offenbar auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI): Demnach sind bundesweit derzeit 2400 Menschen mit Affenpocken infiziert. Davon wurden mindestens 1000 Fälle in Berlin gemeldet. Die Gesundheitsverwaltung wurde konkreter: 1.277 Fälle gebe es aktuell in der Hauptstadt.
„Die meisten (Arztpraxen, Anm. der Red.) haben jetzt keinen Impfstoff mehr. Das ist natürlich ein großes Problem“, klagt der Arzt Sven Schellenberg gegenüber dem rbb. Berlin erhielt indes über ein Viertel der bundesweit derzeit verfügbaren 40.000 Impfdosen.
Affenpocken-Impfstoff muss unter minus 20 Grad gekühlt werden
Mediziner Schellenberg weist auf die Liefer- und Lagerbedingungen des Impfstoffs hin. Unter minus 20 Grad müssten die Vakzine gekühlt werden. Viele Praxen seien dafür nicht ausgerüstet. Der Berliner Senat fordert unterdessen, dass der Bund für Impfstoff-Nachschub sorgt. Laut Gesundheitsstaatssekretär Thomas Götz (Grüne) sind 100.000 Dosen nötig, um alle Personen zu erreichen, die gemäß Stiko-Empfehlung Anspruch auf eine Impfung hätten.


