Berlins Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey, sieht sich derzeit einer großen Empörungswelle im Netz ausgesetzt. Zuvor hatte sie nach dem Anschlag auf die Stromversorgung auf Instagram die Aktion „Berliner Hotels für Berlinerinnen und Berliner, die vom Stromausfall betroffen sind“ angekündigt.
Gemeinsam mit dem Chef des Reiseportals visitBerlin gab sie „gute Nachrichten“ bekannt. Für 70 Euro aufwärts pro Doppelzimmer inklusive Frühstück könnten Hotelzimmer bis zur Behebung des Schadens gemietet werden, heißt es.
Betroffene sollten sich demnach direkt bei den Hotels melden und Zimmer „unkompliziert“ mit dem Buchungscode „Stromausfall“ buchen. Was die Senatorin zu übersehen scheint: Internet ist in dem Stromausfallgebiet derzeit auch nur spärlich vorhanden.
Mehr als 7000 Kommentare auf Instagram
Giffey weiter: „Das Land Berlin verzichtet in all diesen Fällen auf die Erhebung der City Tax. Das zeugt vom großen Zusammenhalt und der Solidarität, die die Berlinerinnen und Berliner in schwierigen Zeiten immer wieder aufbringen.“
All diese Aussagen riefen Instagram-User auf den Plan. Inzwischen hat der Post mehr als 7000 Kommentare. Besonders viele positive Reaktionen rief der Beitrag eines Nutzers hervor, der sich über die Kosten der Unterkunft beschwerte. Wörtlich heißt es: „Jetzt sollen die Leute auch noch dafür zahlen damit sie einen warmen Ort haben? Wie wäre es wenn die Stadt diese Kosten ohne wenn und aber übernimmt? Funktioniert ja sonst auch.“
Eine andere Nutzerin scheint insbesondere das Wort „Solidarität“ zu triggern: „Das wird hier als Solidarität verkauft, ist aber faktisch ein Rabattangebot der Hotelbranche, kein Notfallkonzept des Landes Berlin. Wer sich das nicht leisten kann, hat schlicht Pech gehabt? Solidarität heißt nicht, dass Menschen in einer Krise zu Kund*innen gemacht werden. Solidarität heißt, staatliche Verantwortung zu übernehmen, statt sie an ‚Special Offers‘ auszulagern. Das ist kein gutes Angebot, das ist ein Armutszeugnis für das Krisenmanagement.“
Eine andere Userin schlägt in eine ähnliche Kerbe: „Verzicht auf City Tax ... Ich kotze gleich. Solidarität wäre kostenlose Unterbringung, wenn man bedenkt, wie viele Einnahmen/Gewinne im Jahr eingefahren werden.“ Andere Kommentatoren antworten sarkastisch. „Danke vielmals, ihr edlen Wohltäter! Euch ist wirklich nichts mehr peinlich“, schreibt unter anderem ein User.
