Eine ungewöhnliche Spendenquelle sorgt derzeit für Freude am Grünen Campus Malchow: Mit Einnahmen aus dem Verkauf von Bratwürsten unterstützt der Hornbach Baumarkt die sogenannte Knirpsenfarm auf dem Schulgelände. Das Geld fließt in Projekte des Schulvereins und soll der Arbeit mit den Kindern zugutekommen.
Dass ausgerechnet Bratwürste einem Tierhof helfen, wirkt auf den ersten Blick wie eine kleine Ironie des Alltags. Doch genau diese Mischung aus Nachbarschaftsengagement und pragmatischer Hilfe macht die Aktion so sympathisch: Was bei Kundinnen und Kunden vor dem Baumarkt als schneller Snack begann, landet nun als Unterstützung für Tiere und Bildungsprojekte ein paar Straßen weiter.
Die Knirpsenfarm gehört seit vielen Jahren zum Grünen Campus Malchow. „Am Anfang standen hier nur ein paar Kaninchen und Meerschweinchen“, erinnert sich Schulleiter Tobias Barthl, der die Entwicklung seit den frühen 1990er-Jahren begleitet hat. Inzwischen ist daraus ein fester Bestandteil des Schulalltags geworden. Tiere, Natur und praktisches Lernen spielen für viele Kinder eine wichtige Rolle.
Neues Projekt steht bereits in den Startlöchern
Der Schulverein betreibt die Anlage und organisiert zahlreiche Projekte. Anders als viele Fördervereine übernimmt er auch organisatorische Aufgaben und beschäftigt unter anderem Tierpflegerinnen für die Knirpsenfarm. Zudem bietet der Verein Jugendlichen Möglichkeiten, sich zu engagieren oder praktische Erfahrungen zu sammeln.
Ein neues Projekt steht bereits in den Startlöchern: In der Lernwerkstatt soll künftig ein sogenannter „Werkzeugführerschein“ eingeführt werden. Mehr als 300 Schülerinnen und Schüler sollen lernen, wie man mit Hammer, Säge oder Akkuschrauber richtig umgeht. „Viele Kinder haben heute kaum noch Berührungspunkte mit handwerklicher Arbeit“, erklärt Thomas Hertel, Vorsitzender des Schulvereins. „Wenn sie dann zum ersten Mal selbst sägen oder bohren dürfen, sieht man sofort das Leuchten in den Augen.“
Für das Projekt wird jedoch viel Material benötigt – von Schraubendrehern über Holzplatten bis hin zu Schraubstöcken. Hier kommt die Unterstützung aus der Nachbarschaft ins Spiel. Der Marktleiter von Hornbach, Andreas Ullrich, sieht eine mögliche Kooperation als Teil des gesellschaftlichen Engagements des Unternehmens. „Wir wollen nicht nur ein Baumarkt sein, sondern auch Teil des Kiezes“, sagt Ullrich. Deshalb unterstütze man regelmäßig lokale Projekte. Neben der finanziellen Hilfe – etwa durch Aktionen wie den Bratwurstverkauf – könnten auch Materialien aus dem Sortiment, Restbestände oder Holzverschnitt für Schulprojekte bereitgestellt werden.
Bratwürste zur Förderung eines Tierhofs
Die Partnerschaft zeigt, wie Nachbarschaft in der Praxis funktionieren kann. Während der Baumarkt seine Kunden mit Grillduft anlockt, profitieren wenige hundert Meter weiter Kinder und Tiere von den Einnahmen. Oder, wie es ein Beteiligter augenzwinkernd formulierte: Selten habe eine Bratwurst so direkt zur Förderung eines Tierhofs beigetragen.
