Mobilität

Rad-Highways und Supergrätzl: Wie die Stadt Wien ihre Straßen umbaut

Wien ist keine Fahrradstadt. Doch das beginnt sich zu ändern. Mit ihren Kollegen im stagnierenden Berlin möchten die Planer nicht tauschen. Ein Ortstermin.  

Neue Radinfrastruktur in der Praterstraße in Wien: Einst fuhren hier Autos. Dann wurde der rechte Fahrstreifen aufgehoben und Teil eines breiten „Rad-Highways“ von der City in den Nordosten.
Neue Radinfrastruktur in der Praterstraße in Wien: Einst fuhren hier Autos. Dann wurde der rechte Fahrstreifen aufgehoben und Teil eines breiten „Rad-Highways“ von der City in den Nordosten.Peter Neumann/Berliner Zeitung

Hier ist es also auch passiert. In der Pfeilgasse, einer ruhigen Wohnstraße im 8. Bezirk von Wien, steigt Martin Blum von seinem Lastenfahrrad. „Hier war einmal ein Parkplatz“, sagt der Radverkehrsbeauftragte der Stadt. Wo die Lehrer der benachbarten Volks- und Mittelschule einst ihre Autos abstellen konnten, sprießen nun Blumen und Gräser in Grünbeeten. 30 Bäume wurden gepflanzt, Sitzgelegenheiten aufgestellt. Bei der Neupflasterung sind auch die Bordsteine verschwunden, ein Stadtplatz ist entstanden, reserviert für Fußgänger und Radfahrer. Und was ist mit den Lehrern? Die parken nun woanders. „Oder sie kommen mit der Vespa“, mutmaßt Blum.

Dann geht es weiter, zum nächsten Projekt dieser Art. Jedes Mal hat der Autoverkehr etwas Platz eingebüßt, sind Fahrstreifen und Stellplätze verschwunden. Der Zweck der Radtour ist klar: Martin Blum und die Stadträtin Ulrike „Ulli“ Sima haben den Besuchern aus dem Ausland etwas mitzuteilen. Überall auf der Welt werden Städte umgestaltet, damit sie sich im Sommer nicht mehr so stark aufheizen und Nichtmotorisierte sich sicher bewegen können. Kopenhagen, Paris, London, New York: Wien, mit knapp zwei Millionen Einwohnern nach Berlin die zweitgrößte Stadt im deutschsprachigen Raum, würde ebenfalls gern auf dieser Liste stehen. Dafür braucht es Marketing.

Berliner Zeitung

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