Kolumne

Ist Berlin tatsächlich die Stadt, in der alle Krach machen dürfen, wie sie wollen?

Unser Kolumnist hat den lautstarken Konflikt einer jungen Frau mit einer alten Dame beobachten müssen und kam gehörig ins Grübeln.

Streits am Wegesrand gehen oft im Verkehrslärm unter.
Streits am Wegesrand gehen oft im Verkehrslärm unter.imago

Wo endet das fröhliche Großstadtleben und wo beginnt die Belästigung? Das ist eine Frage, die sich neulich stellte, als ich von Friedrichshain zum Alexanderplatz lief. Es war ein milder Tag, die Sonne schien, die Leute trieb es auf die Straßen. Die einen joggten, die anderen führten ihre Hunde aus, die nächsten saßen auf Bänken, einige lagen sogar auf der Wiese.

Dort, wo die Warschauer Straße auf die Frankfurter Allee trifft, war mächtig viel los. Das Rot der Fußgängerampel interessierte so gut wie niemanden. Die Leute liefen los, die Autofahrer hupten, ein Mann zeigte großstadtgemäß einen Stinkefinger, blieb provokativ stehen und wackelte vor dem Auto und seinem wütenden Fahrer mit dem Hintern. Kurz danach fing er aber selbst an zu fluchen, als ihn ein Lieferfahrrad  fast über den Haufen fuhr.

Berliner Zeitung

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