Medikamente selbst zahlen

Impfquote und Prämien wie in der DDR: Berliner Ärztin warnt vor Kollaps in der Versorgung

Die Medizinerin über ihren Praxisalltag zwischen nicht funktionierender Digitalisierung, überfüllten Wartezimmern und einer Impfquote, die über ihre Existenz entscheidet.

Volle Praxen, defekte Digitalisierung, überfüllte Wartezimmer und politische Vorgaben: Eine Berliner Ärztin packt aus.
Volle Praxen, defekte Digitalisierung, überfüllte Wartezimmer und politische Vorgaben: Eine Berliner Ärztin packt aus.www.imago-images.de

Miriam S.*, die ihren Namen nicht nennen möchte, ist Hausärztin aus Überzeugung. Ihre Patienten liegen ihr am Herzen – besonders die älteren Berliner, die mit Krankheit, Verdrängung und dem Verlust ihres vertrauten Umfelds zu kämpfen haben. Seit zehn Jahren führt sie ihre Praxis im Südosten der Stadt und genießt das Vertrauen vieler Menschen, die ihr seit Jahren die Treue halten. Doch der Alltag wird zunehmend belastender: nicht funktionierende e-Rezepte, ein kaum noch zu bewältigender Patientenandrang und immer neue Vorgaben, die sie nur schwer mit ihrem ärztlichen Gewissen vereinbaren kann. Ab 2026 soll auch sie eine Impfquote erfüllen, um ihre volle Vergütung von der Kassenärztlichen Vereinigung zu erhalten – unabhängig davon, ob sie diese Impfungen medizinisch für sinnvoll hält. Ein Interview.

Berliner Zeitung

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