Stand-up-Comedy, Rap und ein DJ-Set von DJ Ipek im Stadtschloss
Dreißig Kilogramm– so viel darf der Koffer auf einem Flug von Deutschland in die Türkei wiegen und umgekehrt. Aber die Bedeutung der Sachen, die da hin- und hertransportiert werden, verändert sich manchmal im jeweiligen Ankunftsland. Sieben aus der Türkei eingewanderte Frauen teilen ihre Gedanken zur Migration auf einer Freifläche von Berlin Global im Humboldt Forum mit.
Als Begleitprogramm im Rahmen des Kultursommers bei Berlin Global gibt es am Sonnabend Stand-up-Comedy mit Enissa Amanai, Rap von Ezhel und ein DJ-Set von Ipek. Enissa Amanai bringt mit ihrer Übersetzung von kulturellen Codes ein breites Publikum zum Lachen, heißt es im Programm. Der internationale HipHop-,Trap- und Reggae-Star Ezhel verbinde Gegenkultur und anatolisches Stadtleben in seinen gesellschaftskritischen Liedern. Mit seinem frischen lyrischen Stil werde er dem Publikum „den Rost aus unseren Ohren wischen“, wie man im Türkischen sage. DJ Ipek kennt man in Berlin, bei der monatlich stattfindenden Gayhane im SO36 in Kreuzberg ist sie Resident-DJ. Ein toller Sommerabend unter freiem Himmel lockt. Außerdem ist der Eintritt in die Ausstellung Berlin Global an diesem Abend für alle frei. Susanne Lenz
Stand-up-Comedy mit Enissa Amani, Rap von Ezhel und ein DJ-Set von DJ Ipek: 8. Juli, 19–24 Uhr, Ausstellung Berlin Global bis 22.30 Uhr. Humboldt Forum, Schlüterhof, Schloßplatz

Staatsoper für alle auf dem Bebelplatz
Unter freiem Himmel in einer warmen Sommernacht findet auch dieses Jahr das Open-air Konzert der Berliner Staatsoper statt. Es ist ein Höhepunkt des Berliner Kulturlebens und eine der erfolgreichsten und stimmungsvollsten Veranstaltungen. Am 8. und 9. Juli findet auf dem Bebelplatz eine Opernübertragung von Verdis „Don Carlo“ statt. Live gibt es dann ein Konzert der Staatskapelle Berlin dirigiert von Zubin Mehta mit Bruckners Sinfonie Nr. 7. Die „Staatsoper für alle“ wird live und kostenlos auf den Websites der Staatsoper und der Staatskapelle übertragen; der Besuch auf dem Bebelplatz ist ebenfalls kostenlos. Menina Dräger
Open-air Konzert der Berliner Staatsoper: 8. Juli ab 19 Uhr, 9. Juli ab 19.30 Uhr, ca. 1.30 Stunden, Bebelplatz, kostenlos und ohne Tickets. Sitzgelegenheiten können mitgebracht oder ab drei Stunden vor Veranstaltungsbeginn erworben werden. Gastronomisches Angebot sowie (barrierefreie) Toiletten sind vorhanden.
Du Schwein
Der Kampf gegen den Klimawandel ist auch ein Kulturkampf zwischen den Generationen, bei dem die ältere durch Lebenserfahrungen glaubt, Deutungshoheit für Dinge beanspruchen zu dürfen, von denen sie keine Ahnung hat. Geradezu hanebüchen ist die Gewichtung von Risiken, die mit dem Konsum von oder dem Verzicht auf Fleisch verbunden sind. Hinzu kommt, dass die Parteinahme von Kindern für süße Tiere als verzärtelte und sinnlose Spinnerei abgetan wird. Was für gedankliche und emotionale Verrenkungen nötig sind, um dem Blick in ein bewimpertes Ferkelauge standzuhalten in dem Wissen, was man einem solchen Wesen antut, indem man Massentierhaltung in Kauf nimmt!

Wie auch immer, das einzige, was in einem solchen emotional und ideologisch durchwachsenen Konflikt hilft, ist Aufklärung. Dafür bietet die interaktive Installation „Pigs“ von Miriam Tscholl Gelegenheit, die nun im Theater an der Parkaue gastiert. Dreißig Zuschauer ab 13 Jahren bilden eine Bürgerversammlung, sie dürfen sich in einem Rondell von Schweinekoben begeben und zwei Spielern beim Austausch von Argumenten beiwohnen. Hinzugeschaltet sind auf dreißig Bildschirmen Experten, Bauern, Politiker, die ihre fundierten Sichtweisen und Interessen einspeisen. Ein Bildungs- und Demokratiespiel, nach dem man Schweine anders sehen wird. Könnte sein, dass sie dann nicht mehr schmecken oder zumindest nicht mehr als Schimpfwort taugen. Ulrich Seidler
Pigs 7. Juli 10 + 19 Uhr, 9. Juli 18 Uhr, weitere Termine bis 13. Juli und dann wieder im September. Theater an der Parkaue, Karten und Informationen unter parkaue.de
Open-Air-Theater: „Zwei Herren aus Verona“ der Shakespeare Company
Shakespeare ist nicht nur Kanon und Hochkultur, sondern auch Boulevard, Slapstick und Albernsein. Wer Shakespeare nur als einen Säulenheiligen des ernsthaften Dramas sieht, dem sei Neil MacGregors phantastisches Sachbuch „Shakespeares ruhelose Welt“ empfohlen. Da wird klar: Shakespeare war quasi das Star Wars seinerzeit, Blockbuster für alle. Im Globe Theatre haben auch die Schuster- und die Metzgerlehrlinge Bier gesoffen und sich an den derben Shakespeare-Scherzen erfreut.

Einen unverklemmten Zugang zu Shakespeare zelebriert auch die Shakespeare Company Berlin. Das Theater am Insulaner ist eine Art Globe. Das neue Stück für diese Open-Air-Saison, nebst acht weiteren aus dem Repertoire: „Zwei Herren aus Verona“, eines von Shakespeares ganz frühen Stücken, ist eine Komödie über zwei Kumpels, Valentin und Proteus, deren Freundschaft durchs Verknalltsein in Damen auf die Probe gestellt wird. In der Pause kann man sich eine leckere Quiche und einen kühlen Sommerdrink gönnen. Die zweite Halbzeit, nach dem Sonnenuntergang, wird dann so richtig crazy. Stefan Hochgesand
Theater am Insulaner 7. Juli, 20 Uhr, 8. Juli, 19 Uhr, Munsterdamm 80, VVK 22-42 Euro.
Empfehlungen aus dem BLZ-Ticketshop:











