Am Wochenende wird es bunt in Neukölln. Eine farbenfrohe Prozession soll die Statue des elefantenköpfigen Gottes Ganesha zum Hermannplatz führen. Doch der Bau des neuen Tempels verzögert sich erneut, und die Einweihung rückt weiter in die Ferne. Seit 2010 befindet sich die Anlage im Bau, und die Eröffnung wurde immer wieder verschoben.
Noch bis kommenden Samstag, 6. September, feiert die hinduistische Gemeinde in der Hasenheide das Ganesha-Chaturthi-Fest. Der Höhepunkt steht bevor: Am Samstagmittag wird die Statue des Gottes Ganesha in einer festlichen Prozession vom Tempel zum Hermannplatz und zurück getragen. Vilwanathan Krishnamurthy, Vorstandsmitglied des Sri Ganesha Hindu Tempel e.V., rechnet mit mehreren Tausend Teilnehmer, darunter Mitglieder der indischen Botschaft wie auch der Bezirksbürgermeister Martin Hikel und weitere Politiker aus Neukölln.

Im Fokus vieler Gläubigen steht jedoch auch der Neubau des Tempels, der direkt neben der aktuellen provisorischen Andachtsstätte – einer umgebauten Turnhalle – entsteht. Seit 2005 engagiert sich der Tempelverein für ein repräsentatives hinduistisches Gotteshaus in Berlin. Laut Angaben des Facetten-Magazins Neukölln befindet sich das Bauprojekt kurz vor der Fertigstellung.
Allerdings verzögert sich die geplante Eröffnung offenbar erneut. Wie Krishnamurthy am Rande der Festlichkeiten am 30. August erklärte, war ursprünglich vorgesehen, den Tempel zum Lichterfest Diwali im Oktober zu eröffnen. Doch die Marmorplatten, die für den Fußboden vorgesehen sind und deren Lieferung seit acht Monaten erwartet wird, würden weiterhin fehlen. Ohne sie könnten weder die Fußbodenheizung installiert noch die Gottheiten im neuen Tempelraum aufgestellt werden.
Trotz aller Verzögerungen blickt Krishnamurthy optimistisch in die Zukunft und hofft auf eine feierliche Eröffnung im kommenden Frühling. Besonders ambitioniert ist die Einladung an hochrangige Ehrengäste: „Wenn alles gut geht, könnten Premierminister Narendra Modi und Bundeskanzler Friedrich Merz zur Eröffnung kommen“, so Krishnamurthy.

