Sicherheit

Behörde in Treptow-Köpenick: Das BKA wird immer größer

Hinter Zäunen und Planen wächst der BKA-Standort in Treptow und soll Platz für 2400 Arbeitsplätze bieten. Der Sicherheitscampus verändert die Puschkinallee.

Der künftige Neu- und Erweiterungsbau des BKA in Treptow ist mit Nato-Stacheldraht gesichert.
Der künftige Neu- und Erweiterungsbau des BKA in Treptow ist mit Nato-Stacheldraht gesichert.Paul Zinken

Das Bundeskriminalamt (BKA) wird immer größer. So entsteht an der Puschkinallee in Treptow ein größerer Sicherheitsstandort des BKA. Und zwar grob an der Stelle, wo sich früher der Stromkonzern Vattenfall um die Energieversorgung der Stadt gekümmert hat. Der vorhandene Komplex wird aufgestockt, verdichtet, komplett entkernt und modernisiert. Voraussichtliche Fertigstellung: 2028. Für den Kiez bedeutet das eine Baustelle von erheblicher Dimension – und ein Projekt, das längst nicht ohne Kritik ist.

Wer heute an der Puschkinallee 52 vorbeigeht, blickt nicht auf eine gewöhnliche Baustelle. Hinter Zäunen, Gerüsten und schwerem Gerät wächst ein Komplex, der den Ort dauerhaft verändern wird. Aus einem früheren Büroareal wird ein ausgebauter, stark verdichteter Standort des Bundeskriminalamts. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) beschreibt im Netz das Vorhaben als umfassende Herrichtung mit Sanierung, vollständigem Innenausbau, Dachaufstockungen, Neubauten in den Höfen, Besprechungszentrum und neuem Wachgebäude.

Das Motto lautet: Nicht kleckern, sondern klotzen

Gebaut wird also nach dem Motto: Nicht kleckern, sondern klotzen. Einige Zahlen unterstreichen diese Aussage: 87.000 Quadratmeter Fläche werden am Ende baulich betroffen sein. Der Finanzrahmen für das gesamte Projekt wird mit 1,345 Milliarden Euro angegeben, verteilt auf die Jahre 2025 bis 2029. Finanziell ist das Vorhaben somit kein üblicher Sanierungsposten, sondern ein Schwergewicht. Im Bundesfinanzplan erscheint es unter den sonstigen ÖPP-Projekten der BImA.

Für den Kiez bedeutet das: mehr Abschirmung, mehr Sicherheitsarchitektur, mehr Druck auf das Umfeld. Auf den Punkt gebracht: Die Puschkinallee bekommt keinen stillen Nachbarn, sondern einen Behördenkoloss. Und die Lage macht das Projekt besonders sichtbar. Die Puschkinallee verläuft zwischen Wohnhäusern, Parklandschaft und dem historischen Grenzraum rund um den Treptower Park. Und der Bund setzt ohne großes Bedenken auf Verdichtung, Kontrolle und funktionale Abschirmung.

Zwischen Bäumen ist das in Bau befindliche BKA-Gebäude in Treptow erkennbar.
Zwischen Bäumen ist das in Bau befindliche BKA-Gebäude in Treptow erkennbar.Paul Zinken

Für das Quartier ist der Ausbau seit langem sichtbar. Baugerüste, Arbeitsfahrzeuge und gesicherte Bereiche prägen das Gelände nahe Treptower Park. Nach Darstellung der Projektbeteiligten umfasst die Maßnahme nicht nur Neubauten, sondern auch eine umfassende Herrichtung des Bestands: Fassaden und Tiefgarage werden saniert, die Gebäude im Inneren weitgehend neu ausgebaut. Dazu kommen energetische Modernisierungen und neue Funktionsflächen.

Die Stimmung rund um die Stadt im Kiez ist fast neutral. Laute Kritik an dem Büro-Riesen erklingt nur – wenn überhaupt – leise. Es scheint, als ob sich die Menschen rund um den Treptower Park mit den künftigen neuen Nachbarn bereits arrangiert hätten. Thorsten May (43), Vater von zwei Kindern: „Irgendwo müssen die ja hin“, sagt er, während er und seine Kinder die Fahrräder in Richtung Bordstein schieben. May rechnet zudem damit, dass sich das Sicherheitsgefühl im Kiez verbessern wird.

Auch geschützte Bäume wurden gefällt

Der Schulterschluss zwischen Kiez-Bewohnern und BKA existiert erst seit kurzer Zeit. Denn nach dem Weggang von Vattenfall wurde erst mal ein Geheimnis über die künftige Nutzung gemacht. Außerdem wurden zum Teil „geschützte“ Bäume gefällt: Begründungen der Behörden: Baustelleneinrichtung, Geländenivellierung, Einrichtung eines Schutzzaunes.

Auch später blieb das Thema aktuell. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick teilte im Oktober 2025 mit, dass im Schlesischen Busch zwei weitere Bäume wegen Leitungsarbeiten und Grundstückserschließung für das Bauprojekt gefällt werden mussten. Nähere Angaben zu dieser Maßnahme und dem gesamten Bauvorhaben gibt es vom Bezirksamt nicht. Mehrfache schriftliche und telefonische Anfragen wurden nicht beantwortet.