DDR-Aufarbeitung

Stasi-Vorwurf als Waffe: „Sie haben nichts gefunden – und deshalb nicht aufgehört zu suchen“

Nach IM-Vorwürfen wollte der Berliner Bernd Lammel wissen, was die Stasiunterlagenbehörde über ihn herausgab. Er erfuhr, dass nach '89 mehr Akten zu ihm entstanden als vorher.

Bernd Lammel, Berliner Fotograf und Gewerkschafter, will seit neun Jahren wissen, was die Stasiunterlagenbehörde über ihn gesammelt und herausgegeben hat.
Bernd Lammel, Berliner Fotograf und Gewerkschafter, will seit neun Jahren wissen, was die Stasiunterlagenbehörde über ihn gesammelt und herausgegeben hat.Illustration: Pajović/BLZ. Foto: Maurice Weiss/OSTKREUZ

Aus den 16 Aktenordnern zu seiner Person sind inzwischen schon 18 Aktenordner geworden. Das war der neue Schreck, den Bernd Lammel vor einigen Monaten bewältigen musste. Die Unterlagen zu seiner Person vermehren sich offenbar wie der süße Brei im Märchen, der am Ende die ganze Stadt unter sich begräbt.

Ordner um Ordner füllt sich mit Papier, und auf jedem Blatt steht sein Name oder vielleicht der eines Freundes. Eine deutsche Behörde hat all diese Seiten in den vergangenen 14 Jahren angelegt, ausgedruckt und ordentlich abgeheftet. Den Brei gekocht, wenn man so will.

Berliner Zeitung

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