Der Notruf ging um 12.59 Uhr bei der Feuerwehr ein. „Wo ist der Unfallort?“, will der Beamte in der Leitstelle wissen. „Ganz schnell. Ortolfstraße. Hier hat gerade eine Frau ein Kind aus dem Fenster geschmissen“, erklärt der Mann, der die 112 gewählt hat, in aufgeregtem Tonfall. „Ist das Kind bei Bewusstsein?“, fragt der Beamte nach. Es schreie und blute aus dem Mund, antwortet der Anrufer. „Was sind das für kaputte Menschen?“, fragt er den Mann in der Leitstelle.
Es ist sehr still im Saal 537 des Berliner Landgerichts, als der am 10. Juni dieses Jahres bei der Berliner Feuerwehr eingegangene Notruf zu Prozessbeginn an diesem Montag verlesen wird. Auch Nikola K. hört aufmerksam zu. Die kleine zierliche Frau sitzt hinter einer Holzbalustrade, dort, wo die Angeklagten sitzen.

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