In der Poesie ist es eine gerne aufgestellte Behauptung, Städte oder Länder ans Meer zu setzen, die gar keinen Küstenzugang haben. „Liegt Böhmen noch am Meer, glaub ich den Meeren wieder“, heißt es bei Ingeborg Bachmann. Und ein poetisch-verträumter Elektro-Song des Berliner Producers Acud (bürgerlich Lasse Winkler) trägt den Titel: „Neukölln liegt am Meer“. Berlin am Meer? Die Vorstellung ist beinahe zu schön, um falsch zu sein. Und so schwelgt man kurzzeitig, denkt an den letzten Strandurlaub, ein bisschen wehmütig, aber mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Man lässt, um einen weiteren Vers Bachmanns zu bemühen, das poetische Wort „an sich grenzen“.

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