Sonntagskrimi

Tatort „Stille Nacht“ aus Bremen: Letzte Weihnachten für den Kapitän

Im Bremer Weihnachts-Tatort „Stille Nacht“ singt eine Familie „Last Christmas“, dann liegt der Vater erschossen im Keller. Die Kommissarin amüsiert sich mit Matrosen.

Die in Berlin lebende Luise Wolfram als Bremer Tatort-Kommissarin Linda Selb
Die in Berlin lebende Luise Wolfram als Bremer Tatort-Kommissarin Linda SelbClaudia Konerding

Die Bremer Kommissarinnen Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) und Linda Selb (Luise Wolfram), beide Singles, sitzen Heiligabend in ihrem Büro, werfen sich gegenseitig Nüsschen in den Mund und zählen auf, was Weihnachten für die Polizei so alles bedeutet: abgefackelte Wohnungen, Einbrecher und häusliche Gewalt. Nur bei der Frage, ob der Song „Last Christmas“ ein Verbrechen ist, sind sie sich nicht einig. Selb mag den Evergreen, Moormann ist sich sicher: Absolut niemand mag „Last Christmas“! Seit 40 Jahren kann man diesem Lied in der Adventszeit nur schwer entfliehen. Ob auf Weihnachtsmärkten oder im Radio – überall dudelt es.

Derweil feiert eine Seefahrer-Familie in einem abgelegenen großen Fachwerkhaus die Bescherung – und singt zum Ausklang „Last Christmas“ als Karaoke-Spaß. Zwischen seinen Kindern und Enkelkindern sitzt der Kapitän Hendrik Wilkens (Matthias Freihof), neben ihm sein Ehemann Bjarne (Rainer Sellien). Die Besetzung passt sowohl zur Rolle als auch zum Song in besonderer Hinsicht: Denn sowohl Matthias Freihof und Rainer Sellien als auch „Last Christmas“-Sänger George Michael sind ja als schwule Künstler bekannt. Für den Kapitän ist es das letzte Weihnachtsfest. Denn er liegt am Morgen des ersten Feiertags erschossen im Keller – und kein Familienmitglied will etwas gesehen oder gehört haben. Ein eingeschlagenes Fenster deutet auf einen Einbrecher hin.

Berliner Zeitung

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