Erinnerung

Heiner Müller zum 30. Todestag: „Länger als Unglück ist Zeit und länger als Glück“

Heiner Müller war der erste gesamtdeutsche Schriftsteller nach dem Krieg und der letzte europäische Intellektuelle von Rang, der aus Deutschland kam. Was vor 30 Jahren geschah.

Heiner Müller, zwei Jahre vor seinem Tod
Heiner Müller, zwei Jahre vor seinem TodImago

Am Nachmittag des 15. März 1995 landete Heiner Müller auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Er kam mit seiner Frau Brigitte und Tochter Anna aus Los Angeles, wo er sich von seiner schweren Krebsoperation erholt hatte. Außer an einem weit fortgeschrittenen Stück und mehreren Gedichten hatte er vor allem Faxe geschrieben, in denen es um nicht weniger ging als um die Intendanz des Berliner Ensembles. Fünf Tage zuvor hatte Peter Zadek die Zeitung Die Welt wissen lassen, dass er zum Spielzeitende aus dem Theater am Schiffbauerdamm ausscheiden würde. Der Machtkampf war entschieden. Müller war am Theater Brechts und Weigels alleiniger Intendant; er hatte nun den Gestaltungsspielraum, das Theater zu prägen, in dessen Tradition er sich als Dichter, Regisseur und als europäischer Künstler begriff.

Berliner Zeitung

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