Bühne

Die neuen Sophiensäle gehen mit Fieber in den kulturpolitischen Winter

Mit einem Programm voller Hoffnung eröffnet die neue Intendanz die Sophiensäle. Dabei operiert das Haus hart am finanziellen Abgrund.

Der Belgier Stef Van Looveren zeigt zur Eröffnung der Sophiensäle „Radical Hope“, ein immersives, sinnliches, queeres Körpertheaterspektakel.
Der Belgier Stef Van Looveren zeigt zur Eröffnung der Sophiensäle „Radical Hope“, ein immersives, sinnliches, queeres Körpertheaterspektakel.Nathan Ishar

Wenige Tage vor der Eröffnung brummt es in den Sophiensälen. Das Foyer ist vollgepackt mit Arbeitsutensilien, Leuchtgeräte hier, Bodenrollen dort, gerade hat man noch mit einem akut dysfunktionalen Estrich zu kämpfen gehabt, doch Jens Hillje, der neue Co-Intendant, lächelt entspannt. Oder blitzt da ein Funken schwarzen Humors mit?

Es gibt viele Theaterkenner im Stadt- und Staatstheaterbetrieb wie auch in der freien Szene, aber nur wenige haben so viel Erfahrungen in beiden Welten wie Hillje. Vor 24 Jahren gehörte er zum Ostermeier-Team, das die legendäre Stein-Schaubühne radikal neu aufstellte, ein Jahrzehnt später nahm er wieder Tuchfühlung mit der freien Szene auf und beförderte schließlich zusammen mit Shermin Langhoff im Leitungsteam des Gorki-Theaters das postmigrantische Theater in die Spitzen der Hochkultur. Richtig glücklich wurde er mit den Machtstrukturen des Stadttheaters nie, weshalb er seit vier Jahren wieder frei arbeitet, bis er nun zusammen mit Andrea Niederbuchner die Sophiensäle übernimmt, um sie erneut zum Flaggschiff der freien Szene zu machen.

Berliner Zeitung

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