Es ist elf Uhr am Vormittag in Neukölln, das Restaurant Merold hat noch zu, aber wir sind hier mit dem Betreiber Jonas Merold verabredet. Gerade ist eine neue Küchenplatte geliefert worden, aber dann nimmt er Platz an einem der mit hellem Linoleum bezogenen Tische, die mit den verputzten Wänden harmonieren, dem gegossenen Fußboden, die Holzstühle sind von Takt in Kopenhagen. Zurückhaltend könnte man diese Einrichtung nennen, minimalistisch, schlicht. Und vor allem einen krassen Kontrast zu draußen, zu der schmutzig wirkenden Altbaufassade, den Graffiti.
Das Merold wurde, kaum hatte es im November 2021 aufgemacht, zu einem der angesagtesten Restaurants der Stadt. Es musste nur im Mai 2023 wieder schließen, die Stahlträger in der Kellerdecke waren durchgerostet. Ein halbes Jahr sollten die Bauarbeiten dauern, es wurden eineinhalb, nur dass es immer hieß, nächsten Monat seien sie fertig, so dass Jonas Merold immer auf Abruf war und von geliehenem Geld lebte. Ein Alptraum. Aber sie haben nach 16 Monaten den Neustart geschafft.

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