Eigentlich sollte der Köpenicker Sänger Romano am Montagabend in Berlin-Kreuzberg auftreten, im SO36 auf der Oranienstraße. Nun hat er per Instagram seinen Auftritt dort abgesagt.
„Ihr Lieben, leider muss ich euch heute eine traurige Nachricht übermitteln“, heißt es in dem Post. „Im Laufe der Tour habe ich einen Infekt bekommen, der auch meine Stimmbänder angegriffen hat und ich kann zur Zeit weder sprechen noch singen. Ich muss deshalb heute schweren Herzens den Auftritt im SO36 absagen. Es tut mir unendlich leid. Ich hatte mich so darauf gefreut. Aktuell schauen wir nach einem Ausweichtermin. Wir sehen uns dann alle in alter Frische gesund und munter wieder. Alles Liebe. Euer Romano“, schreibt der Sänger mit den markanten blonden Zöpfen.
Romano präsentiert auf seiner derzeitigen Tour vor allem sein gerade erschienenes Album „Körper“, dessen Songs nach Körperteilen benannt sind: „Fuß des Tabanaka“ heißt eines, der Gedanke dazu sei ihm in Sizilien gekommen, als er in Kirchen diese Reliquiare sah – „Fingerkuppen oder Fingernägel hinter Gittern“, sagte er der Berliner Zeitung kürzlich im Interview. Die „Zunge“ sei frech, naiv und ein Entdecker, den man manchmal in die Schranken weisen muss. Bei „Polyesterherz“ habe er an diesen günstigen Stoff gedacht, den man sich schnell implantieren lassen kann – „eine Metapher für die Austauschbarkeit und Schnelllebigkeit in unserer Gesellschaft“.
Romano als Musiker der Sozialkritik – auch in seinem Song „Penis“ geht es darum. Im HipHop gehe es oft um den Längsten und Härtesten, bei ihm gehe es um den Schlaffsten und Kleinsten, sagt er. „Es soll zeigen, dass man nicht immer funktionieren muss. Der Leistungsdruck, auch durch Social Media verursacht, führt oft zu Burnout. Wir streben nach Perfektion, aber das Unperfekte ist die Magie des Lebens – sogar Lungenflügel oder Hodensäcke sind in der Natur nicht symmetrisch.“
