Im Jahr 1954 erschien ein Buch, das mit der beschwörenden Feststellung begann: „Ich bin nicht Stiller!“ Der Held legt seinen bürgerlichen Namen ab, er möchte lieber White heißen, wie ein weißes Blatt sein. Es geht in Max Frischs Roman „Stiller“ um nichts anderes als die Freiheit der Wahl, ein anderer zu sein. Eigentlich passt er gut in unsere Zeit des sogenannten Selbstbestimmungsgesetzes, dumm nur, dass der Plan des Helden misslingt. Man kann eben durch einen reinen Willensakt keine andere Person werden.