Gegenwartsliteratur

„Walküre“: Ein Roman aus dem Flüchtlingssommer 2015 mit einem heiklen Zeitfenster

In Daniel Zipfels Büchern lebt die Vergangenheit noch. Im neuesten Roman verbindet er einen Streit syrischer Asylbewerber mit dem deutschen Massaker in Babyn Jar 1941. Die Kritik.

Der Schriftsteller Daniel Zipfel arbeitet in Wien als Jurist in der Asylrechtsberatung.
Der Schriftsteller Daniel Zipfel arbeitet in Wien als Jurist in der Asylrechtsberatung.Minitta Kandlbauer

Mit seinem mehrfach prämierten Debütroman „Eine Handvoll Rosinen“ veröffentlichte Daniel Zipfel, Jahrgang 1983, im „Flüchtlingssommer“ 2015 das Buch der Stunde. Fern von Sozialromantik und Schwarz-Weiß-Denken erzählt er von einem syrischen Flüchtling, der abgeschoben werden soll, von einem afghanischen Dolmetscher, der zugleich Schleuser ist, und von einem leitenden Asylbeamten der österreichischen Fremdenpolizei, der sich auf einen Pakt einlässt, um die Abschiebung zu verhindern.

Der Clou: Die Handlung spielt im Jahr 2003, einem Jahr hoher Asylzahlen in Österreich, begleitet von hitzigen Debatten.

Berliner Zeitung

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