Rezension

„Der Waldmeister“ von Jens Sparschuh: Roman eines Küchenphilosophen

Der Schriftsteller Jens Sparschuh begibt sich in seinem neuen Roman „Der Waldmeister“ in die Küche des Lebens. Eine Rezension.

Jens Sparschuh erzählt in seinem neuen Roman „Der Waldmeister“ von ostdeutscher Provinz und deutscher Küche.
Jens Sparschuh erzählt in seinem neuen Roman „Der Waldmeister“ von ostdeutscher Provinz und deutscher Küche.Stephanie Steinkopf/Ostkreuz

Er stehe, hat er einmal – von einem tiefen Seufzer begleitet – mit Kummer festgestellt, unter dem Generalverdacht, der nette Humoronkel aus dem Osten zu sein. Diese Rolle spielt er ganz und gar nicht.

In der deutschsprachigen Literatur stehen jene Autorinnen und Autoren, die sich nicht in Reflexionen vergrübeln, nicht besonders hoch im Kurs. Ihre Bücher prüft die Literaturkritik doppelt und dreifach und schiebt sie deshalb oft zur Seite. Wer ihn unter die Humoronkel einreiht, übersieht, dass Jens Sparschuh promovierter Philosoph ist. Er besitzt die Gabe, über das in der Philosophie vielfach vorherrschende abstrakte Denken hinauszugehen oder von diesem wieder zurückzugehen zu den konkreten Einzelfällen, von denen Literatur lebt.

Berliner Zeitung

Mit einem Abo weiterlesen

  • Zugriff auf alle B+ Inhalte
  • Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
  • Jederzeit kündbar