Am 11. Januar erschien in der Berliner Zeitung ein Interview mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei, in dem er über seinen ersten Besuch nach zehn Jahren in China spricht. Das Interview stieß auf große, heftige, auch wütende Resonanz, in China wie in der westlichen Welt. Wir trafen Ai Weiwei in Cambridge, um mit ihm über die Reaktionen zu sprechen. Und über sein neues Buch über Zensur.
Herr Ai, sind Sie gerade in Cambridge, weil Ihr Sohn hier zur Schule geht?
Das ist nur eine Entschuldigung. Wenn man aufwacht, muss man irgendwo sein. Man muss irgendeinen Grund haben, so klein er sein mag. Man braucht das, um zu leben. Es ist interessant, dass in unserer Familie erst mein Vater ins Ausland gegangen ist, nach Paris, dann ich nach New York und mein Sohn erst nach Deutschland und nun nach Cambridge. Drei Generationen. Warum sind wir alle weggegangen, jeweils unter ganz unterschiedlichen Bedingungen in China? Und ich sehe immer noch viele junge Menschen in den Westen gehen, als würde der Wind immer in diese Richtung wehen.

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