Derzeit kann einem schon das Lächeln ins Gesicht steigen, wenn man vor der Schaubühne steht, auf Einlass in eines der Gastspiele des diesjährigen FIND (Festival für Internationale Neue Dramatik) wartet und dabei der Gedanke in einem aufsteigt, wie wenig sich dieses Haus doch verändert hat in den letzten 26 Jahren mit Thomas Ostermeier an der Spitze. Alle großen Theater der Stadt sind seit 2000 irgendwann einmal kräftig durchgeschüttelt worden, haben Programmatiken modifiziert, alles Internationale ausgedünnt. Das FIND aber versammelt ganz gelassen zum 26. Mal sieben Gastspiele aus aller Welt am Lehniner Platz und verschafft so einen selten gewordenen Blick über den Tellerrand.
Ein schönes Ding, auch wenn der FIND-Jahrgang in diesem Jahr ein eher unspektakulärer, leiser war. Einer, der zwar mit zwei so energiegeladenen wie engagierten Performances über Rassismus (aus Brasilien) und über Seenotrettung im Mittelmeer (aus Italien) auch besonders drückende Aktualitäten im Blick hatte, dem aber die prominenten Schwergewichte fehlten. Dafür machten gleich mehrere eingeladene Produktionen das besonders genaue Hinhören zur tragenden Kunstform.

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