Heimatkunde

Berlin-Prenzlauer Berg in den Neunzigern im „Seitenflügel“: „Kein Glamour. Das war unsere Welt“

Das Bezirksamt Pankow hat einen Archivschatz gehoben: den monatlichen Veranstaltungskalender „Seitenflügel“, den von 1992 bis 1997 jeweils eine Fotografie zierte.

Die Ausgabe des Veranstaltungskalenders „Seitenflügel“ für die Monate Juli/ August 1997
zeigt das Foto eines Paars bei der Eröffnung des Pratergartens im Jahr 1996.
Die Ausgabe des Veranstaltungskalenders „Seitenflügel“ für die Monate Juli/ August 1997zeigt das Foto eines Paars bei der Eröffnung des Pratergartens im Jahr 1996.BA Pankow von Berlin/Amt für Weiterbildung und Kultur/Rolf Zöllner

Das sind Bilder aus einer Zeit, als der Prenzlauer Berg noch nicht saniert war, es noch keine Restaurants auf den breiten Gehwegen gab, keinen Milchschaum, keine Bio- oder Feinkostläden und keine Neobiedermeier-Spießer, sondern originale. Es ist die Zeit kurz nach dem Mauerfall, in der der Prenzlauer Berg wild und verfallen war, auch wenn man sich das heute kaum mehr vorstellen kann. Damals trafen Zuzügler aus dem Westen auf die Ost-Boheme, für die der damalige Bezirk in den Achtzigern Rückzugsgebiet gewesen war. Es gab zudem eine große Hausbesetzerszene, es gab Punks. Zwar waren einzelne Viertel vom Senat schon als Sanierungsgebiet ausgewiesen worden, aber noch wusste niemand, was das für Folgen haben würde.

Berliner Zeitung

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