„Peking ist menschlicher“

Ai Weiwei besucht nach zehn Jahren China: „Man fühlt sich in Deutschland eingeengt und prekär“

Ai Weiwei hat mit seinem Sohn seine 93 Jahre alte Mutter besucht. Kurz nach seiner Rückkehr vergleicht er China mit Deutschland, Peking mit Berlin.

Der weltbekannte Künstler Ai Weiwei während seiner Chinareise: „258 Fake“ ist das Adressschild an der Außenmauer seines Studios in Peking.
Der weltbekannte Künstler Ai Weiwei während seiner Chinareise: „258 Fake“ ist das Adressschild an der Außenmauer seines Studios in Peking.Courtesy of Ai Weiwei Studio

Ai Weiwei ist der berühmteste Künstler Chinas. Bevor er 2015 China Richtung deutsches Exil verließ, hatte man ihm seinen Pass entzogen, er stand unter Hausarrest. 2011 war er fast drei Monate lang in einer Zelle an einem unbekannten Ort festgehalten worden. 2018 wurde auf Anweisung der Behörden sein Atelier bei Peking zerstört. Jahre seiner Kindheit verbrachte Ai Weiwei mit seinem Vater, dem Dichter Ai Qing, in einer Erdhöhle. Der von Mao Tse-tung zunächst geschätzte Dichter war bald nach Ai Weiweis Geburt 1957 zum „Rechtsabweichler“ erklärt und aus Peking in eine abgelegene Provinz verbannt worden. Nun war Ai Weiwei zum ersten Mal seit 2015 wieder in China, vom 12. Dezember 2025 bis zum 2. Januar 2026. Wir befragten ihn per Mail zu seiner Reise.

Berliner Zeitung

Mit einem Abo weiterlesen

  • Zugriff auf alle B+ Inhalte
  • Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
  • Jederzeit kündbar