Ein Sparduschkopf bringt 250 Euro Ersparnis pro Jahr

Raumtemperatur verringern oder Heizkörper entlüften: Ein Überblick über Energiesparmaßnahmen und was sie an Geld bringen.

Duschen statt baden: eine von vielen Möglichkeiten, Energie zu sparen
Duschen statt baden: eine von vielen Möglichkeiten, Energie zu sparendpa

Es gibt zahlreiche Tipps, die dabei helfen sollen, Heizkosten zu sparen. Von Heizkörper entlüften bis Vorhänge geschlossen halten – die Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass die Heizenergie möglichst effektiv genutzt und nicht verschwendet wird. Doch was bringt wie viel? Mit welchem Energiespartipp lassen sich auch nachhaltig Heizkosten sparen?

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online hat auf ihrer Website Tipps zusammengestellt und das jeweilige Sparpotenzial berechnet. So könne es jährlich bis zu 30 Euro bringen, wenn die Heizkörper richtig entlüftet werden, und 35 Euro, wenn die übliche Raumtemperatur dauerhaft nur um ein Grad gesenkt werde. Als Grundlage für die Berechnung dient eine 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit Gasheizung, in der zwei Personen leben.

Richtig Lüften im Winter spart bis zu 80 Euro jährlich

Weitere Tipps, die nichts kosten, aber eine Ersparnis bringen: Richtig lüften im Winter heißt Stoßlüften bei abgedrehtem Heizungsthermostat, statt die Fenster auf Kipp zu stellen und die Heizung laufen zu lassen: Ersparnis 80 Euro jährlich.

Die Vorhänge oder Rollos nachts geschlossen zu halten, isoliert die Fenster von innen zusätzlich. Weniger Wärme entweicht. Laut co2online können Mieter dadurch fünf Euro im Jahr sparen.

Auch Warmwasser ist ein großer Kostenfaktor. Wer duscht anstatt zu baden, könne 70 Euro sparen, wer Hände mit kaltem, statt mit warmen Wasser wäscht, 20 Euro.

Darüber hinaus gibt es Sparmaßnahmen, die mit Investitionen verbunden sind – die Ersparnis ist danach zum Teil aber auch umso größer. So zum Beispiel bei der Verwendung eines Sparduschkopfes. Der kostet im Baumarkt circa 20 Euro. Bei einem Sparduschkopf wird dem Wasserstrahl Luft beigemischt. Das reduziert den Warmwasserverbrauch auf etwa die Hälfte. Der Wasserdruck hingegen bleibt gleich. In dem Zweipersonenhaushalt im Beispiel von co2online könnte ein Sparduschkopf bis zu 250 Euro Ersparnis pro Jahr bringen.

Nach dem gleichen Prinzip wie ein Sparduschkopf funktionieren auch Durchflussbegrenzer. Sie werden an Wasserhähnen angebracht und verringern die Wassermenge künstlich durch beigefügte Luft, während der Wasserdruck gleich bleibt. Durchflussbegrenzer bekommt man im Baumarkt für etwa zehn Euro, sparen lassen sich damit im Anschluss etwa 40 Euro im Jahr.

Verbraucherschützer: Ein Tarifwechsel lohnt sich aktuell nicht

Eine etwas größere Anschaffung stellen elektronische Heizkörperthermostate dar. Einzelne Ventile kosten zwischen zehn und 50 Euro pro Heizkörper. Dafür würden programmierbare Thermostate im Vergleich zu analogen Modellen bis zu zehn Prozent Heizenergie sparen, da sie individuell und genau einstellbar sind. Nutzer könnten im Vergleich zu einem 15 Jahre alten Modell bis zu 60 Euro jährlich sparen.

Normalerweise steht an erster Stelle von Energiespartipps auch immer der Ratschlag, zu einem günstigeren Gastarif zu wechseln. Dazu gebe es zurzeit aber kaum die Möglichkeit, sagte Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, kürzlich in einem Interview mit der Zeitschrift Ökotest: „Wer einen bezahlbaren Tarif hat, sollte stillhalten. Wer wechseln muss, sollte kurze Vertragslaufzeiten von sechs bis zwölf Monaten wählen.“ Alles andere sei eine Wette auf die Preisentwicklung.

Zurzeit kennen die Preise nur eine Richtung: nach oben. Die Gaspreise für Haushaltskunden sind laut dem Vergleichsportal Verivox zwischen Oktober 2021 und März 2022 um rund 85 Prozent angestiegen. Eine Familie in einem Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bezahlt demnach aktuell rund 2596 Euro pro Jahr – vor sechs Monaten waren es noch rund 1402 Euro.