Beim Händewaschen kommt es nicht auf die Temperatur an

Vom Händewaschen übers Duschen bis zum Geschirrspülen: fünf Tipps, um im Alltag Warmwasser und somit Energie zu sparen.

Die Hände kalt waschen, um Energie zu sparen? Unhygienisch wäre es nicht.
Die Hände kalt waschen, um Energie zu sparen? Unhygienisch wäre es nicht.dpa/Christin Klose

Kürzer duschen: Unter anderem das hat Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) empfohlen, um Energie zu sparen. Doch was bringt das wirklich? Und welche Möglichkeiten gibt es noch, um den Warmwasserverbrauch zu reduzieren?

Laut Statistischem Bundesamt macht der Anteil von Warmwasser am gesamten Energieverbrauch in einem durchschnittlichen Haushalt rund 15 Prozent aus. Etwa jeder dritte Liter ist Warmwasser. „Wer effektiv Wasser spart, spart also auch Energie, die zum Erhitzen des Wassers gebraucht wird“, heißt es bei der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Fünf Tipps, um den Warmwasserverbrauch zu reduzieren.

1. Sparduschkopf und Durchflussbegrenzer anschließen:

Bei einem Sparduschkopf wird dem Wasserstrahl Luft beigemischt. Das reduziert den Warmwasserverbrauch auf etwa die Hälfte. Der Wasserdruck hingegen bleibt gleich. Sparduschköpfe gibt es im Baumarkt für etwa 20 Euro. Sie können einfach direkt an der Armatur angebracht werden. „Eine solche Investition macht sich auch bei den Kosten bemerkbar“, sagt Wiebke Lübben von co2online. „Ein Zwei-Personenhaushalt kann damit bei den derzeitigen Energiepreisen im Jahr fast 500 Euro sparen.“ Nach dem gleichen Prinzip wie ein Sparduschkopf funktionieren auch Durchflussbegrenzer. Sie werden an Wasserhähnen angebracht und verringern die Wassermenge künstlich durch beigefügte Luft, während der Wasserdruck gleich bleibt.

2. Armaturen auswechseln:

Die Temperatur an Wasserhähnen kann auf unterschiedliche Weise geregelt werden. „Vorteilhafter als Zwei-Griff-Armaturen sind Einhebel- und thermostatische Mischer, weil bei ihnen die eingestellte, gewünschte Temperatur direkt zur Verfügung steht“, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Hebel könne nach dem Duschen immer in der richtigen Stellung gelassen werden. Dadurch müsse das Wasser beim nächsten Duschgang nicht mehr erst lange unnötig laufen, um die Wunschtemperatur zu finden. Eine kostengünstige Alternative für druckfeste Warmwassergeräte könne laut co2online auch ein Dusch-Stop sein. Damit werde der Wasserdurchfluss per Knopf am Duschkopf oder mit einem kleinen Hebel gestoppt.

3. Waschmaschine optimal einstellen:

Ökoprogramme verbrauchen weniger Wasser, niedrigere Temperaturen sparen zusätzlich Energie. „Gute Waschmittel waschen auch bei 30 Grad hygienisch sauber“, so Lübben. Und wenn die Waschmaschine nur dann angestellt wird, wenn sie auch voll beladen ist, spart man sich zwei halbvolle Waschgänge. Das hat Auswirkungen, denn: Für das Wäschewaschen gehen etwa zwölf Prozent des gesamten Wasserverbrauchs in einem durchschnittlichen Haushalt drauf.

4. Veraltete Geräte austauschen:

Moderne Geräte verbrauchen häufig weniger Wasser als ältere Modelle – sei es bei der Waschmaschine oder auch beim Geschirrspüler. „Die sparsamsten Geräte verbrauchen über ein Drittel weniger Wasser als ihre Konkurrenten“, heißt es bei co2online. Auch bei Durchlauferhitzern lohne sich häufig ein rechtzeitiger Neukauf.

5. Kürzer duschen, Hände kalt waschen:

Zuletzt das Offensichtlichste: Wer weniger Warmwasser verbraucht, spart. Das geht zum Beispiel durch kürzere Duschzeiten und geringere Temperaturen. Selbst eine Minute kürzer zu duschen und die Temperatur um ein Grad herunterzuregeln, spare laut co2online einiges an Wasser und nebenbei auch an Geld. Noch deutlicher ist der Unterschied zwischen Wannenbad und Dusche: „Mit dem Wasserverbrauch, der bei einem Vollbad entsteht, könnten Sie vier Tage lang täglich dreieinhalb Minuten duschen“, sagt Lübben. Auch beim Händewaschen könne Energie und somit Geld gespart werden: „Wenn man für einen Vier-Personen-Haushalt von 20-mal Händewaschen am Tag ansetzt, spart man über 200 Euro im Jahr, wenn man dafür kaltes Wasser statt warmes Wasser aus dem Durchlauferhitzer nimmt“, so Lübben. Um die Hände hygienisch zu reinigen, ist die Temperatur indes nicht entscheidend. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hin: Die Wassertemperatur habe keinen Einfluss auf die Reduktion der Mikroorganismen. Viel wichtiger seien die Dauer des Händewaschens und das Einseifen der Hände mit Seife.

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